Die 5 berühmtesten Gemälde aller Zeiten

Die Kunstgeschichte ist voller faszinierender Gemälde und Maler, die wir nach Stil und Zeitraum ihres Schaffens in Kunstepochen und -stile einteilen. Im Folgenden stellen wir dir die berühmtesten Gemälde aus fünf verschiedenen Kunstepochen vor.

Renaissance: Mona Lisa von Leonardo da Vinci (1452 – 1519)

Die Renaissance hat viele berühmte und bedeutende Gemälde hervorgebracht – „Die Schule von Athen“ von Raffael (1483 – 1520), „Die Erschaffung Adams“ von Michelangelo Buonarroti (1475 – 1564) oder „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci. Aber kein Gemälde übertrifft die Popularität der Mona Lisa. Obwohl das Gemälde so unglaublich bekannt ist, ist es geheimnisumwittert und rätselhaft.

So streiten sich Kunsthistoriker bis heute darüber, wen Leonardo da Vinci auf dem um 1503 entstandenen Gemälde abbildete. Kurz vor seinem Tod hatte da Vinci das Bildnis an König François I. (1494 – 1547) verkauft. Seit der Französischen Revolution wird das Gemälde mit einigen Unterbrechungen im Louvre ausgestellt.

Grund für die Unterbrechungen war etwa, dass Napoléon Bonaparte (1769 – 1821) das Gemälde in sein Schlafzimmer hängte oder dass es 1911 – 1913 gestohlen war. Da das Gemälde so unglaublich wertvoll ist, wagt man nicht, es zu reinigen. Der Fund einer Kopie, die wohl von einem der Schüler da Vincis angefertigt wurde, zeigt, dass die Mona Lisa einmal viel farbintensiver und detaillierter war. Das Bild wird auf einen heutigen Versicherungswert von 793 Millionen US-Dollar geschätzt.

Expressionismus: Der Schrei von Edvard Munch (1863 – 1944)

Der Schrei ist der Titel von insgesamt vier Gemälden und einer Lithografie mit weitestgehend identischem Motiv des norwegischen Malers Edvard Munch. Das mit Pastellkreide gemalte Gemälde wurde 2012 für knapp 120 Millionen USD versteigert, womit Der Schrei das neunt teuerste Gemälde der Welt ist und zugleich eines der bekanntesten.

Das überaus farbintensive Bild, dass viele andere Künstler – darunter auch Filmschaffende wie Steven Moffat (*1961) – inspirierte, zeigt eine vor Schreck verzerrte Fratze vor einer Landungsbrücke am Meer. Darstellen soll das Bildnis eine Angstattacke Munchs beim abendlichen Spaziergang. Der Himmel ist entsprechend rötlich gefärbt. Versionen des Gemäldes sind heute im Museum of Modern Art und in der norwegischen Nationalgalerie ausgestellt.

Post-Impressionismus: Sternennacht von Vincent van Gogh (1853 – 1890)

Vincent van Gogh ist einer der bedeutendsten Maler der Geschichte und bildet den Übergang vom Impressionismus über den Post-Impressionismus zum Expressionismus. Eines seiner bemerkenswertesten Werke ist die Sternennacht. Das Bild entstand 1889, als van Gogh sich in der Nervenheilanstalt Saint-Paul-de-Mausole in St. Remy in Behandlung befand, und zeigt den Blick van Goghs aus dessen Krankenzimmer.

Van Gogh selbst äußerte sich in einem Brief an seinen Bruder Theo (1857 – 1891) eher unzufrieden über das Bild – einzig die blaue Farbgebung stimmte ihn versöhnlich. Das Gemälde spiegelt die Widersprüchlichkeit von van Goghs Gemütszustand wider und vereint farblich und gestalterisch Gegensätze miteinander: Auf der einen Seite stehen die unruhig gemalten, aber strahlend gelben Sterne und der Mond.

Auf der anderen Seite dominiert ruhig und düster das Dorf im Tal. Seit 1941 wird die Sternennacht in New York City im Museum of Modern Art ausgestellt. Über den genauen Verkaufswert ist leider nichts bekannt, aber selbst weniger bekannte Gemälde van Goghs werden für über 80 Millionen USD gehandelt.

Jugendstil: Der Kuss von Gustav Klimt (1862 – 1918)

Schon vor 20 Jahren machte sich Buffy – Im Bann der Dämonen in der Episode 4.01 Frischlinge darüber lustig, dass fast jeder Student ein Poster von Klimts Der Kuss oder eines der Gemälde mit Seerosen von Claude Monet im Zimmer hängen hat. Seither hat die Popularität des Jugendstilgemäldes, das zu Klimts „Goldener Periode“ gezählt wird, nicht nachgelassen.

Allerdings ist das Bild im Verhältnis zu seiner Bekanntheit wenig rezipiert worden, ist die Darstellung einer Allegorie auf die Liebe vor dem transzendal anmutenden goldfarbenen Hintergrund doch auch sehr eindeutig und lässt wenig Interpretationsspielraum zu. Das Bild ist vor allem wegen Klimts prägendem Einfluss auf die als Wiener Secession bekannten Strömung des Jugendstils von kunsthistorischer Bedeutung.

Erworben wurde der Der Kuss kurz nach seiner Fertigstellung im Jahre 1909 von der 1903 eingerichteten neuen Galerie, die heute österreichische Galerie Belvedere heißt, für 25000 Kronen. Bis heute wird das Bild dort auch ausgestellt. Heute werden vergleichbare Werke Klimts für weit über 100 Millionen USD gehandelt.

Barock: Die Nachtwache von Rembrandt van Rijn (1606 – 1669)

Obgleich Die Nachtwache nicht unbedingt das typischste Barock-Gemälde ist (immerhin fehlt eine Vanitassymbolik gänzlich), ist sie doch das bekannteste Bildnis dieser Kunstepoche. Ironischerweise dürfte kaum jemandem der richtige Titel des Gemäldes geläufig sein, denn der lautet eigentlich: Schützen des Distrikts II unter der Leitung von Kapitän Frans Banninck Cocq.

Die Nachtwache heißt das Gemälde erst seit dem 18. Jahrhundert und dabei ist dies auch nur einer von vielen Alternativtiteln. In seiner bewegten Geschichte wurde das Gemälde in Anpassung an seinen Ausstellungsort beschnitten und wurde zudem dreimal Opfer von Vandalismus. Da zudem die vielen aufgetragenen Farbschichten mit der Zeit nachgedunkelt sind, sieht das Gemälde heute nicht mehr so aus wie zu seiner Entstehungszeit.

Obgleich das Motiv einen historischen Bezug hat, ist die dargestellte Örtlichkeit wohl von Rembrandt für das Gemälde selbst konstruiert worden. Die dargestellten Personen dürften hingegen wirklich existiert haben. Das lebensgroße Bild wird heute nicht mehr im Rathaus von Amsterdam, sondern im Rijksmuseum Amsterdam ausgestellt.

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