Was tun bei Liebeskummer?

Jeder kennt das Gefühl nach der Trennung. Unabhängig davon, wer Schluss gemacht hat: auf beiden Seiten kann eine nicht zu unterschätzende Trauer herrschen. Oft fühlt sich die Trauer um die ehemalige Liebe nur etwas bedrückend an, doch manchmal ist der Schmerz riesig und ähnelt beinahe einer Krankheit.

1. Wie definiert sich Liebeskummer?

Liebeskummer entsteht dann, wenn eine emotionale, romantische Beziehung zerbricht oder eine Liebe einseitig ist, also nicht erwidert wird. Wenn die andere Person schon einen neuen Partner gefunden hat, kann sich die ganze Situation durch Gefühle der Eifersucht noch verstärken.

Liebeskummer unterscheidet sich ebenso in der Intensität. Häufig sind Trauernde sich bewusst, dass eine Liebeskummer-Phase nur eine temporäre Phase ist, die mit genügend Zeit, Ablenkung und Spaß wieder weiterzieht.

Andere Betroffene empfinden stärker und sind für unbestimmte Zeit quasi lebensunfähig. Dabei ist es keine Schande, sich so lange Zeit wie nötig zum Trauern zu nehmen, wie man braucht. Aber: Jeder Betroffene sollte aufpassen, dass man sich nicht in der Traurigkeit verfängt, denn Trauer kann süchtig machen.

Vielleicht fragen Sie sich auch, wieso Sie intensiver auf Trennungen reagieren als andere.

Es gibt Menschen, die sich mit dem Alleinsein schwertun. Diese können alleine nicht leben und brauchen eine weitere Person, die sich um sie kümmert. Auf solche Personen wirkt sich ein abruptes Ende einer Beziehung natürlich schlimmer aus.

2. Wie wirkt sich Liebeskummer auf das Leben und den Alltag aus?

Schlechte Laune ist nicht das einzige, was eine trauernde Person plagt. Hier sind einige “Symptome“:

  • Einsamkeit
  • Weniger Kontakt zu Freunden und Familie
  • Essstörungen und Appetitlosigkeit
  • Probleme mit einer neuen Beziehung
  • Erhöhter Drogenkonsum und dazugehörige größere Suchtgefahr
  • Antriebslosigkeit und Verlust der Lebensfreude
  • Probleme auf der Arbeit oder in der Schule
  • Depressionen

In extremen Fällen kann es sogar zu Selbstmordgedanken oder dem sogenannten „Broken-Heart-Syndrom“ führen.

Kurzer Exkurs: Das Broken-Heart-Syndrome beschreibt eine seltene Funktionsstörung des Herzmuskels. Es ähnelt einem Herzinfarkt sehr und wird durch eine extreme körperliche oder emotionale Belastung, zum Beispiel starker Liebeskummer, hervorgerufen.

Bei besonders empfindlichen Menschen sind mehr Symptome feststellbar und falls Sie mehrere der aufgelisteten Merkmale in sich wiedererkennen, dann leiden Sie höchstwahrscheinlich unter Liebeskummer.

Man merkt schnell, dass viele dieser Symptome ernste Leiden sind und deswegen angegangen werden müssen.

Unerwiderte Liebe und die darauf folgende Trauer wirkt sich manchmal noch schlimmer auf einseitige Verliebte aus. Diese können weniger ihre Gefühle zeigen und mit Freunden darüber reden, wenn sie es geheim halten müssen. In dieser Situation besteht sogar die Gefahr, dass sich aus der unerwiderten Liebe Stalking entwickelt.

In manchen Fällen verkörpert sich der Liebeskummer durch Wut und Hass auf die andere Person.

3. Was hilft gegen Liebeskummer?

Wenn Ihre Schmerzen über eine ehemalige Liebe im hohen Maße dramatisch sind und Sie darunter deutlich leiden, dann raten wir Ihnen, sich professionelle Hilfe zu holen. Was Ihnen auch helfen kann, sind diese Ratschläge:

  • Schämen Sie sich nicht für Ihre Gefühle.
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit, um über die Trennung zu trauern, also Sie nicht zu verdrängen.
  • Sprechen Sie über Ihren Liebeskummer.
  • Trennen Sie sich von Erinnerungsstücken aus der Beziehung.
  • Wenden Sie sich an Ihre guten Freunde, die für Sie da sind.
  • Vermeiden Sie den Kontakt zu dem ehemaligen Partner.
  • Verzeihen Sie sich selbst die Fehler, die möglicherweise zur Trennung geführt haben.
  • Unternehmen Sie nach einer nötigen Alleinzeit viel mit sozialen Kontakten. Gehen Sie in den Club, ins Kino oder in eine Bar.
  • Idealisieren Sie Ihren Ex-Partner /Ex-Partnerin nicht mehr als er /sie ist, jeder hat Fehler und ist keine perfekte Person.
  • Gestalten Sie Ihr Leben neu und so wie sie wollen.
  • Fangen Sie neue Projekte an, wie Bücher lesen oder eine Sportart.

Manche Ratschläge hören sich möglicherweise kitschig oder unsinnig an, weswegen wir raten nur diese zu befolgen, die man selber für sich akzeptiert.

Wichtig ist es jedoch, dass Sie nicht direkt nach einem Tag schon Ihr neues Leben anfangen, da der Mensch Zeit braucht um sich mit einer Trennung auseinander zu setzen.

Wenn man sich selber nicht genug Zeit lässt, dann verdrängt man starke Trennungsemotionen. Diese Gefühle haben eine Daseinsberechtigung und müssen rausgelassen werden. Die Alternative sind aufgestaute Emotionen, die in unpassenden Zeitpunkten noch stärker ausbrechen.

Auf der anderen Seite sollte man seine Traurigkeit nicht ausleben, damit ist gemeint, dass man nicht in einem ewigen Trauerzustand stecken bleiben darf. Forscher haben bewiesen, dass Trauer süchtig machen kann. Häufig wiederholte Trauergedanken aktivieren Neuronen im Belohnungszentrum des Gehirns. Dieser Vorgang kann zur Sucht führen. Dies ist eher selten, aber durchaus möglich.

4. Fazit zum Liebeskummer

Liebeskummer ist kein Spaziergang, aber er ist nicht zu vermeiden und in einer Art und Weise gut für uns Menschen. Sie sollten den Kummer zulassen, diesen jedoch nicht Ihr Leben bestimmen lassen. Wenn der Kummer zu stark ist, holen Sie sich bitte professionelle Hilfe.

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