Schleimbeutelentzündung und die Lösung

Eine Schleimbeutelentzündung ist unangenehm und niemand braucht sie. Wir erklären Ihnen, wie sie vorbeugen und dieses Problem in Zukunft nie wieder aufritt.

1. Was ist ein Schleimbeutel?

Der Schleimbeutel (Bursa) ist ein Säckchen aus Gewebe, dass mit Gelenkschmiere (Synovia) gefüllt ist. Er ist flach und kann mehrere Zentimeter lang sein. Der Schleimbeutel besteht aus einer äußeren Bindegewebeschicht und einer inneren Synovialschicht.

Die innere Schicht ist dafür zuständig die Schleimbeutelflüssigkeit (Gelenkschmiere) zu produzieren. Es gibt 3 verschiedene Schleimbeutel. Den Hautschleimbeutel, Sehnenschleimbeutel und den Bandschleimbeutel.

Sie sind an vielen Stellen des Körpers vorhanden, wie zum Beispiel in Gelenken, an der Haut, Muskeln, Sehnen oder Bändern. Im menschlichen Körper befinden sich rund 150 Schleimbeutel.

Sie liegen in der Regel an Stellen direkt über einem Knochenvorsprung, also zwischen einer festen Oberfläche und einer anderen Struktur.

2. Welche Funktion hat der Schleimbeutel?

Die Schleimbeutel ermöglichen dem Körper an vielen Stellen einen reibungslosen Ablauf. Sie dienen als Polster und helfen bei Belastungen wie Reibung, Druck oder Zug. Zudem schützen sie das Weichteilgewebe, das direkt auf Knochenvorsprüngen liegt vor Verletzungen. Dank der Schleimbeutel können sich Muskel und Sehnen effektiver verschieben.

3. Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Bei einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) kommt es zu einer Entzündung des Schleimbeutels. Dabei füllt sich der Schleimbeutel mit Flüssigkeit und verursacht Schmerzen, Schwellungen, Rötungen und Überwärmung. Das führt zu Einschränkungen der Gelenke. Dem Patienten ist es nicht mehr möglich das Gelenk durchzustrecken oder stark zu belasten. Hier finden Sie Informationen zu Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung.

4. Wie erstellt der Arzt eine Diagnose?

Bei der Diagnose wird der Patient zuerst sehr genau nach seinen körperlichen Symptomen gefragt und bei welchen Bewegungen die Schmerzen auftreten. Für den Arzt ist es auch wichtig herauszufinden, welche Bewegungen öfters erfolgen und welche Bewegungsgewohnheiten der Patient hat.

Die Krankengeschichte kann ebenfalls wichtige Hinweise geben, um einen Verdacht zu bestätigen oder auszuschließen. Im Normalfall tastet der Arzt zuerst die betroffene Stelle ab und prüft den Bewegungsspielraum des Gelenks.

Durch die Erfahrung des Arztes ist im Regelfall keine weitere Untersuchung nötig. In Fällen, in denen sich nicht erklären lässt, warum sich der Schleimbeutel entzündet hat oder schon wieder betroffen ist, werden weitere Untersuchungen durchgeführt.

Dies ist wichtig um der Ursache der Entzündung auf den Grund zu gehen, um Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Arthritis vorzubeugen.

5. Diagnosemöglichkeiten

5.1 Ultraschall (Sonografie)

Bei einer Ultraschalluntersuchung wird das organische Gewebe auf Auffälligkeiten und Besonderheiten geprüft. Flüssigkeiten im Schleimbeutel lassen sich sehr genau erkennen und diagnostizieren. Es entstehen keine gefahren für den Patienten da die Schallwellen keine Risiken mitbringen.

5.2 Röntgen

Beim Röntgen wird mithilfe elektromagnetischer Wellen der Körper durchstrahlt. Auf diese Weise kann der Arzt feststellen, ob sich Kalkablagerungen im Schleimbeutel befinden. Zudem können verletzte oder veränderte Knochenstrukturen diagnostiziert werden.

Krankhafte Gelenksveränderungen kann der Arzt ebenfalls durch das Röntgen sehen und damit Folgeschäden bekämpfen. Gichtarthritis sowie die Steilstellung der Hüfte können so frühzeitig erkannt werden.  Diese Diagnosemöglichkeit wird nur angewendet, wenn eindeutige Hinweise bestehen.

5.3 Punktion

Um eine genaue Ursache der Bursitis herauszufinden ist die Punktion hilfreich. Dabei werden gezielt gesetzten Hohlnadel in die Hautoberfläche eingeführt. Diese Diagnosemöglichkeit wird veranlasst, wenn der Verdacht einer bakteriellen Infektion des Schleimbeutels  besteht.

5.4 Blutuntersuchung

Eine Blutuntersuchung ist bei Verdacht auf Stoffwechselkrankheiten wie Gicht sinnvoll. Der Arzt führt in seltenen Fällen Untersuchungen durch, die ähnliche Symptome und Beschwerden aufweisen, wie Lipom, Liposarkom, rheumatische Erkrankungen und Tuberkulose.

Wir hoffen Ihnen alle Informationen zum Thema Schleimbeutelentzündung beantwortet zu haben.

6. Wie kann ich eine Schleimbeutelentzündung behandeln?

In den meisten Fällen heilt eine Schleimbeutelentzündung von alleine. Es ist wichtig die entzündete Region innerhalb weniger Wochen nicht unnötig zu bewegen oder zu belasten. Zur vorübergehenden Ruhigstellung oder Entlastung, eignet sich eine Schiene oder ein Verband.

Die Entlastung der entzündeten Schleimbeutel sollte aber nicht länger als 3 Wochen dauern, da sich sonst Bewegungseinschränkungen entwickeln können. Akute Schmerzen lassen sich sehr gut mit Kältepacks und schmerzlindernden Salben bekämpfen, da diese eine abschwellende Wirkung haben.

Bei der Anwendung von Kältepacks sollte darauf geachtet werden, das der Kältepack nicht direkt auf die Haut gelegt wird. Am besten eignet sich ein dünnes Geschirrtuch oder ähnliches. Die Kältepacks sollten nicht länger als 20 Minuten am Stück auf die betroffene Stelle gelegt werden, um Erfrierungen zu vermeiden.

7. Behandlungsmöglichkeiten

7.1 Behandlung mit Medikamenten

Um die Entzündungsreaktion zu behandeln, können nach Absprache mit dem Arzt sogenannte Antiphlogistika einnehmen. Diese Medikamente wirken entzündungs- und schmerzhemmend.

Empfohlene Medikamente sind Diclofenac und Ibuprofen. In einigen Ausnahmefällen ist es möglich örtliche Betäubungsmittel direkt in das betroffene Gelenk zu spritzen. Lokalanästhetika werden dem Patienten aber nur bei sehr starken Schmerzen verabreicht.

Wenn die Schleimbeutelentzündung durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wurde, verschreibt der Arzt in der Regel ein Antibiotikum. Bei jedem Medikament, das der Arzt verschreibt, muss unbedingt auf die Magenunverträglichkeit geachtet werden.

7.2 Extrakorporale Stoßwellentherapie

Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie werden Druckwellen in das betroffene Gewebe gesendet, um eventuelle Verkalkungen zu beseitigen und Schmerzen zu lindern.

7.3 Physiotherapie

In der Regel wird vom Arzt eine Physiotherapie verschrieben, sobald die betroffene Stelle einige Zeit geschont wurde. Es werden gezielte Bewegungsübungen durchgeführt, damit sich die Flexibilität im Gelenk und die Muskulatur darum wieder regeneriert.

In der Zeit, in der das Gelenk ruhig gestellt wurde, gewöhnen sich Patienten eine Schonhaltung an die ohne Behandlung langfristig Fehlhaltungen entstehen lässt. Daher ist es wichtig nach der Schonung des Gelenks eine Physiotherapie in Anspruch zu nehmen.

7.4 Entfernung des Schleimbeutels

Wenn alle Versuche gescheitert sind die Schleimbeutelentzündung erfolgreich zu bekämpfen, ist eine Entfernung des Schleimbeutels die letzte Möglichkeit.

8. Wie kann ich einer Schleimbeutelentzündung vorbeugen?

Um einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) vorzubeugen können folgende Maßnahmen durchgeführt werden.

1. Sie können die Belastung auf das umliegende Gewebe reduzieren, indem Kraftübungen und auch Dehn-Übungen regelmäßig durchgeführt werden. Das trägt dazu bei, dass das Gelenk langfristig stabilisiert und geschützt wird.

2. Wenn Sie bei der Arbeit oder im Sport immer wieder die gleichen Bewegungsabläufe ausführen, müssen Sie unbedingt darauf achten, den Gelenken Zeit zu geben sich zu regenerieren. Versuchen Sie kurze Pausen einzubauen oder gleiche Bewegungen zu vermeiden.

3. Versuchen Sie bei Tätigkeiten die Ihre Gelenke schwer belasten, Polsterungen zu benutzen. Bei der Arbeit am PC sollten die Sitzflächen des Stuhls nachgeben. Personen, die sich öfters hinknien müssen, sollten Knieschoner benutzen, wie zum Beispiel Fliesenleger oder ähnliche Berufsgruppen.

4. Sportler können durch Schutzbandagen, wie Knie- oder Ellenbogenschützer Stürze und Aufpralle besser abfangen und das Risiko einer Schleimbeutelentzündung reduzieren.

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