Bewerberlügen für den Traumjob

Wer sich bei einer Arbeitsstelle bewirbt, dann will er selbstverständlich so ansprechend wie möglich wirken. Kein Wunder also, dass der ein oder andere Bewerber bei seinen schriftlichen und mündlichen Angaben nicht immer die Wahrheit oder die komplette Wahrheit angibt. Laut Statistiken lügt jeder fünfte Bewerber, wie auch die Condor Detektei Berlin in einer Studie veröffentlichte, die sich mit Fällen von Bewerberchecks beschäftigte.

Digitaler Fortschritt erleichtert Fälschungen

Die Digitalisierung und der allgemeine Fortschritt haben sich stark auf den Bewerbermarkt ausgewirkt. Früher hat es bei einfacheren Tätigkeiten gereicht, zur Arbeitsstelle hinzugehen und nach einer offenen Stelle zu fragen. Selbst wenn man wolle, konnte man dort nicht viel lügen. Heutzutage erfordert jeder Beruf mindestens ein Bewerbungsformular und dort findet sich mehr Spielraum zur Unwahrheit.

Was versteht man unter Bewerberlügen?

Der Begriff Bewerberlügen ist vielseitiger, als man vorerst denkt, denn unter diesem Oberbegriff kann sich einiges sammeln unter anderem:

  • Ein gefälschtes Schulzeugnis.
  • Ein gefälschtes Arbeitszeugnis.
  • Ausgedachte Abschnitte im Lebenslauf.
  • Falsche Angaben zu Kenntnissen und Fähigkeiten.

Ein Schulzeugnis ist in verschiedenen Aspekten fälschbar. Früher gab es nur wenige Wege, die Noten durch etliche Fälschmittel, darunter das simple Wegkratzen und Neuschreiben der Note, zu verändern oder Fehlstunden zu „eliminieren“. Dies fiel aber beinahe jedem schnell auf.

Heute nutzt man einfach einen PC und ein Programm wie Photoshop und die Fälschung sieht perfekt aus. Möglich ist ebenso einfach durch Technikfinesse das eigene Zeugnis am PC in Word oder anderen Programmen willkürlich nachzustellen.

Ähnlich zum Schulzeugnis, lässt sich das Arbeitszeugnis fälschen, wenn dort Noten oder andere sachliche Bewerbungen vorhanden sind. Ebenso kommt es vor, dass subjektives Lob einfach erfunden wird. Auch mit gefälschten Lebensläufen bewirbt sich der ein oder andere Anwerber. Darin könnten erdachte Lebensabschnitte wie Praktika oder Nebenjobs enthalten sein.

Die Praxis zeigt, dass ganze Arbeitszeugnisse gefälscht werden von Stellen, an denen der Beschäftigte niemals war. Zusammengefasst sind Bewerberlügen alles, was man während des Bewerbungsprozesses bewusst falsch angibt. Dazu gehören auch mündliche Angaben in, zum Beispiel, Vorstellungsgesprächen.

Zu den häufigsten Lügen zählen Lügen zu den Sprachkenntnissen. Hierbei wird gerne mal die Qualität der jeweiligen Kenntnisse etwas zu hoch wiedergegeben. Oft kommt es vor, dass Bewerber die Gründe für den Wechsel oder Verlust der Arbeitsstelle bewusst falsch angegeben. Unglücklicherweise gibt es Grauzonen, was dieses Thema angeht, da Selbsteinschätzung immer subjektiv ist. Ein anschauliches Beispiel sind Hobbys, da niemand sagen kann, ab wann eine Tätigkeit ein Hobby ist.

Wie kommt man den Lügen auf die Spur?

Bewerberlügen erkennen kann man daran, dass unerfahrene Schwindler ab und zu mit ihren falschen Angaben zu Hoch greifen.

Ein Beispiel: Der Chef der letzten Arbeitsstelle benennt den Bewerber als unersetzlich in seiner Tätigkeit und wünschte, dieser hätte die Firma nie verlassen. Wer weiß, ob das tatsächlich stimmt.

Wer die Wahrheit wissen will, muss die Angaben überprüfen. Damit ist gemeint: Gibt ein Bewerber beispielsweise an, in der Firma X tätig gewesen zu sein, kann man bei der entsprechenden Firma nachfragen. Häufig geben diese eine Auskunft über solche Angelegenheiten. Diese Methode funktioniert natürlich auch bei anderen Lügen, wie bei den den Bewertungen des ehemaligen Mitarbeiters.

Größere Firmen stellen Personaler ein, um kompetentes Personal zu finden und mögliche Lügen der Bewerber aufzudecken. Diese achten auf mehrere Sachen Im Verlauf der Bewerbung, unter anderem:

  • Auffälligkeiten im Lebenslauf.
  • Spezielle Formulierungen in Bewerbungsgesprächen.
  • Unsichere Körpersprache.

Diese Hinweise helfen einem Personaler den Schwindler zu ertappen. Diese wissen genau, wann man den Bewerber mit Nachfragen nach Auffälligkeiten konfrontieren muss. Wenn sich dieser in dem Moment augenscheinlich nervös verhält oder Ausreden findet, dann gibt dies Hinweise auf Bewerberlügen.

Andere Firmen setzen Detektive darauf an, die Unterlagen auf Plausibilität zu untersuchen. Auf diese Art und Weise kommen Bewerberlügen schnell ans Tageslicht.

Gibt es erlaubte Lügen im Bewerbungsgespräch?

Ja, diese gibt es. Flasche Angaben, die man rechtlich tätigen darf, können angegeben werden, wenn Gesprächspartner im Bewerbungsgespräch unerlaubte Fragen stellen. Wenn diese im Bewerbungsgespräch, zum Beispiel, nach

  • Ihrer Sexualität
  • Krankheiten in der Familie
  • bestehender Schwangerschaft
  • Parteizugehörigkeit
  • der Tätigkeit Ihres Partners

fragen, dürfen Bewerber laut dem Gesetz bewusst falsch antworten. Bei diesen falschen Angaben kommen keine Konsequenzen auf den Bewerber zu.

Was denken sich lügende Bewerber?

Für viele Bewerber, gerade werdende Auszubildende, ist das Bewerben die Hölle. Häufig haben neue Bewerber Angst und Probleme mit dem Selbstbewusstsein.

Ein weiterer Grund für die falschen Angaben ist, dass Sie in den meisten Fällen funktionieren. Die lügenden Bewerber hören möglicherweise von ihren Freunden, dass es bei ihnen auch funktioniert hat und sind somit überzeugt.

Was sind die Konsequenzen von Bewerberlügen?

Mit großer Wahrscheinlichkeit kann man davon ausgehen, dass Arbeitgeber einen Lügner entlassen. Beim Nachweis einer Lüge funktioniert das sogar nach der Probezeit und fristlos.

In manchen Fällen, bei Dokumentenfälschung drohen sogar Anzeigen und Bußgelder. Selbst nach einem Jahrzehnt wurden noch Mitarbeiter von ihrem Job entlassen, weil sie einst schwerwiegende falsche Angaben im damaligen Bewerbungsprozess machten.

Fazit zu Bewerberlügen

Kleine und große Bewerberlügen gehören heute zum Alltag. Um schwerwiegende Bewerberlügen aufzudecken, benötigt man als Arbeitgeber in der Regel professionelle Hilfe, da ein lügender Bewerber ab der Einstellung dem Betrieb eine Menge Geld und Prestige kosten kann.

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