Lohnt sich ein Grafiktablett?

Das Zeichnen und Schreiben mit Stift oder Pinsel ist für uns Menschen eine intuitive Sache. Bilder auf Papier werden zum privaten Vergnügen oder zur Entspannung  schon seit hunderten von Jahren angefertigt. Aber auch unter beruflichen Aspekten müssen wir Zeichnungen und Schriftstücke aller Art erstellen.

Im Zeitalter der Digitalisierung wurde es notwendig das Medium auf dem Entwürfe, Skizzen und Kunstwerke erstellt werden zu verändern und eine Möglichkeit zu schaffen analoge und digitale Welt zu verknüpfen.

Um veränderte Ergebnisse und unnötige Umgewöhnungen zu vermeiden, wurde es gerade im Bereich der künstlerischen Gestaltung, wichtig die althergebrachte Form des Zeichnens mit einem Stift beizubehalten und auf ein modernes Niveau zu heben.

Dieser Schritt ist der Technik mit der Entwicklung sogenannter Grafiktabletts gelungen. 

1. Was ist ein Grafiktablett?

Ein Grafiktablett ist ganz einfach ausgedrückt eine digitale Mal- und Schreibunterlage.

Es besitzt im Gegensatz zu einem herkömmlichen Tablett kein eigenes Betriebssystem und kann daher nicht selbständig verwendet werden. Zur Benutzung ist ein Endgerät wie ein PC oder Laptop notwendig, welches mit einem passenden Betriebssystem und der entsprechenden Software ausgestattet ist.

Ein unabdingbares Utensil ist der passende Stift. Dieser dient einem Grafiktablett als Eingabegerät ähnlich der Maustaste am PC.

Auf einem Grafiktablett kann der Anwender wie mit  einem normalen Stift malen, zeichnen, retuschieren oder auch schreiben. Das Grafiktablett überträgt die Eingaben an einen internen oder externen Bildschirm. Dort steht das Kunstwerk dann zur weiteren Verarbeitung und digitalen Weiterleitung bereit.

2. Wofür kann man ein Grafiktablett einsetzen?

Ein Grafiktablett kann für die unterschiedlichsten Zwecke eigesetzt werden.

So kann man es als eine Art Maus- und Tastaturersatz benutzen. In diesem Falle würde man es lediglich für handschriftliche Notizen, Unterschriften, dem Schreiben kleinerer Texte oder auch für einige Spiele verwenden. Grafiktablettes werden beispielsweise in virtuellen Klassenzimmern als «Whiteboard-Ersatz» verwendet.

Gerade in der Werbebranche aber auch im Hausgebrauch ist das Grafiktablett in Kombination mit Photoshop für die Bildbearbeitung kaum mehr zu ersetzen. 

Grafiktabletts werden von Hobbykünstlern, Architekten und Grafikdesignern zur Erstellung digitaler Kunstwerke benutzt. Auch Computergrafiken und 3D- Modelle  sind mit einem Zeichenpad leicht zu erstellen.

Grafiktabletts in Form von Trackpads dienen der Bearbeitung von Audio Dateien.

3. Wie funktioniert ein Grafiktablett?

Das Grafiktablett besitzt eine drucksensible Oberfläche. Wird auf dieser mit dem dazugehörigen Stift geschrieben oder gezeichnet setzt das Zeichentablett den Druck in Bildschirmpixel um. Unterschiedliche Drücke erzeugen unterschiedlich starke Linien.

4. Welches Zubehör benötigt ein Grafiktablett?

Das wichtigste Zubehör für ein Grafiktablett ist der Stift. Einige Grafiktabletts, insbesondere die mit Touchpad,  können nur mit weichen Stiften bearbeitet werden. Das ist zwar äußerst praktisch, da der Stift auch für die Eingabe an anderen digitalen Geräten nutzbar ist, aber leider sind Stifte mit weicher Spitze wenig flexibel in ihrer Nutzung.

Für die meisten anderen Zeichentabletts kann man sogenannte Digitizer- oder Stylus-Stifte benutzen. Diese arbeiten mit einer deutlich feineren Spitze und sind daher präziser. Teilweise sind auch unterschiedliche, wechselbare Stiftspitzen erhältlich.

Manche Digitizer-Stifte besitzen zusätzliche Tasten mit denen unterschiedliche Eingaben erfolgen können.

Ein weiteres Hilfsmittel ist der Zeichenpad-Handschuh. Er dient dazu, die Hand leicht über das Tablett gleiten zu lassen. Bei schwitzenden Handflächen wird so eine zu starke Reibung der Hand auf dem Tablett verhindert.

Weiteres Zubehör können Tastatur und Maus sein. Integrierte Tasten, die mit individuellen Shortcodes belegt werden können, sind fester Bestandteil mancher Grafiktabletts.

Einige Zeichenpads bieten auch  sehr spezielle Zubehörteile an. So findet man inzwischen schon Airbrush-Pistolen für den Einsatz am Grafiktablett.  

5. Seit wann gibt es Grafiktabletts?

Man glaubt es kaum, aber das Grafiktablett wurde bereits 1888 erfunden. Das damals als  «Telautograph» patentierte Gerät gilt als erstes elektronisches Tablett. Es konnte lediglich Handschriften erkennen.

In den 60er Jahren kamen dann mit dem «Stylator» und dem «RAND Tablett» zwei weitere Patente in diesem Bereich hinzu.

Das erste Grafiktablett für den Heimgebrauch wurde 1981 mit dem «Utopia-Grafiktablett-System» von Apple eingeführt.

In den 80er Jahren machte  sich die japanische Firma Wacom mit der Präsentation des ersten kabellosen Eingabestiftes und weiteren Entwicklungen bekannt. Durch stetige Neuentwicklungen, ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis und einem sehr breiten Portfolio kann Wacom bis heute die Marktführerschaft im Bereich Grafiktabletts halten.

Mittlerweile werden Zeichenpads  von vielen namenhaften Unternehmen, wie Wacom, Huion, Trust, Medion und Aipek, XP-Pen  zu teilweise äußerst moderaten Preisen produziert.

6. Welche Arten von Grafiktabletts gibt es?

Grafiktabletts kann man im Großen und Ganzen in zwei Kategorien einteilen: Grafiktabletts mit Touchscreen und Grafiktabletts die als Digitizer bezeichnet werden.

6.1 Touchscreen

Ein Grafiktablett mit berührungsempfindlichem Touchscreen wird mittels Fingerspitze oder einem Stift mit weicher Spitze bedient. Ein Touchscreen-Grafiktablett ist recht ungenau in der Eingabe und eignet sich in erster Linie um den Umgang mit einem derartigen Eingabegerät zu erlernen. Es ersetzt in weiten Teilen eine einfache Maus und die Tastatur. Es kann für Unterschriften, die Bearbeitung von PDFs oder als einfaches Zeichengerät eingesetzt werden.

6.2 Digitizer

Ein Digitizer in Kombination mit einem Digitizer Stift ist ein äußerst präzise arbeitendes Eingabegerät. Das Zeichenbrett reagiert allein auf den Druck des speziellen Stiftes. Eine versehentliche Eingabe durch den Druck der Hand ist ausgeschlossen. Sie können für genauste Zeichnungen, Architekturpläne und Bildbearbeitungen verwendet werden. 

6.3 Modell Varianten

Innerhalb der zwei Kategorien findet man selbstverständlich die unterschiedlichsten Modelle.

Die meisten Hersteller haben in ihrem Portfolio für jede Anforderung das passende Gerät.

Einsteigermodelle sind meist kleiner (A5 Größe) und kostengünstig. Solche Grafiktabletts findet man bereits für unter 100€. Die Profigeräte sind mindestens A4 groß und deutlich teurer.

 

Grafiktabletts können lediglich eine matte oder glatte Oberfläche darstellen, auf der mit dem Stift gearbeitet wird. Das Projekt wird an den  PC übertragen und ist dort auf dem Monitor sichtbar.

 

Höherwertige Modelle besitzen ein eigenes Display. Das Display bildet die Zeichnung direkt ab. Das Arbeiten mit einem Display-Zeichentablett ist ähnlich intuitiv wie das Arbeiten auf Papier. Allerdings zeigt es oft Schwächen bei der Wiedergabe der Farbe. Korrekturen in diesem Bereich sollten daher an einem PC-Bildschirm erfolgen. Für einige Arbeiten ist ein Display-Grafiktablett unabdingbar.

 

In jüngster Zeit haben einige Hersteller wie Apple und Microsoft Kombinationen aufs Grafiktablett und normalen Tablett auf den Markt gebracht. Bei diesen Kombinationsgeräten ist kein zusätzliches Endgerät notwendig. Allerdings sind die Anschaffungskosten eines solchen Produktes auch enorm hoch und die Möglichkeiten der Nutzung begrenzt.  

7. Was gilt es beim Kauf eines Grafiktabletts zu beachten?

Viele Punkte sollten bei der Auswahl des richtigen Zeichentabletts beachtet werden.

  • Was will ich damit tun? Und welche Art von Grafiktablett ist dafür geeignet?
  • Welches Modell bevorzuge ich? Soll es mit oder ohne Display sein?
  • Welche Größe sollte mein Grafiktablett haben?
  • Welche Auflösung des Displays ist für meinen Einsatz sinnvoll?
  • Welche Anschluss-Möglichkeiten bevorzuge ich?
  • Welche Stifte und weiteres Zubehör bzw. Ersatzteile sind verfügbar?
  • Welche Akkuleistung benötige ich?
  • Welche zusätzlichen Programme kann ich installieren?

Eine Beratung im Fachgeschäft ist für absolute Neuanfänger in diesem Bereich sicher sehr zu empfehlen.

8. Tipps und Tricks für die ersten Übungen auf Ihrem Tablet

Das zeichnen auf einem Grafiktablett funktioniert grundsätzlich wie auf Papier. Etwas gewöhnungsbedürftig ist bei Display-losen Modellen, dass der Blick vom Zeichen-Untergrund zum Monitor wandern muss. Mit ein wenig Übung ist dies jedoch schnell gelernt.

Als erstes sollten Sie genauso Zeichnen oder Schreiben wie sie es sonst auch auf Papier tun. Dabei beobachten sie wie Linien und Buchstaben am Monitor ausgegeben werden. Probieren sie dann aus, wie ein unterschiedlicher Druck das Bild verändert. Schnell werden Sie sehen wie einfach und instinktiv die Handhabung des Grafiktabletts ist.

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